Landesvertreterversammlung in Augsburg

Vom 18. bis 20. Juni 2026 findet in Augsburg die Landesvertreterversammlung des Bayerischen Richtervereins statt. Mehr als 70 Delegierte aus allen Landesteilen Bayerns kommen zusammen, um über die künftige Ausrichtung des Verbandes so- wie aktuelle Herausforderungen für die Justiz zu beraten.

Die Landesvertreterversammlung ist das höchste Gremium des Bayerischen Richtervereins und tritt nur alle zwei Jahre zusammen. Der BRV vertritt als Berufsverband die Interessen der Richterinnen und Richter sowie Staatsanwältinnen und Staatsanwälte in Bayern.

Den Auftakt bildet ein Festakt

am 18. Juni 2026 um 15.00 Uhr
im Rokokosaal der Regierung von Schwaben, Fronhof 10, 86152 Augsburg

Die Festrede hält Generalbundesanwalt Jens Rommel zum Thema:

„Aktuelle Aufgaben der Bundesanwaltschaft – Entwicklungen bei Terrorismus und Spionage sowie im Völkerstrafrecht“

Medienvertreter sind hierzu herzlich eingeladen!

Es wird um Anmeldung unter poststelle(at)bayrv.de gebeten.

Auf der Tagesordnung der Versammlung stehen zudem die turnusmäßigen Neuwahlen des Landesvorstandes. Inhaltlich wird die nichtöffentliche Arbeitstagung maßgeblich von der aktuellen Situation der IT in der bayerischen Justiz geprägt sein. Nach zahlreichen Ausfällen, erheblichen Leistungsproblemen und wiederkehrenden Störungen zentraler IT-Systeme sehen viele Richterinnen, Richter und Staatsanwältinnen und Staatsanwälte die Funktionsfähigkeit der Justiz zunehmend belastet. Die Probleme betreffen inzwischen den Kernbereich richterlicher und staatsanwaltlicher Arbeit und haben in den vergangenen Monaten wiederholt zu erheblichen Beeinträchtigungen des Dienstbetriebs geführt.

Die jüngsten Störungen bei der elektronischen Akte und weiteren zentralen Anwendungen haben die Diskussion über die Leistungsfähigkeit und Zukunftsfähigkeit der digitalen Infrastruktur der Justiz zusätzlich verschärft. Auch die Öffentlichkeit hat die Probleme zuletzt verstärkt wahrgenommen. Medien berichteten über wiederholte Ausfälle, Verzögerungen bei der Bearbeitung von Verfahren und die Sorge, die Arbeitsfähigkeit der Justiz könne nachhaltig beeinträchtigt werden.

„Die Digitalisierung der Justiz ist richtig und notwendig. Sie kann aber nur gelingen, wenn die technischen Systeme zuverlässig funktionieren. Die Justiz muss jederzeit arbeitsfähig bleiben. Die aktuellen Entwicklungen geben Anlass zu großer Sorge“, erklärt die Vorsitzende des Bayerischen Richtervereins, Barbara Stockinger.

Die Delegierten werden sich daher intensiv mit der Frage befassen, welche Konsequenzen aus den anhaltenden IT-Problemen zu ziehen sind und welche Maßnahmen erforderlich sind, um die Funktionsfähigkeit der bayerischen Justiz dauerhaft zu sichern.

Von der Landesvertreterversammlung werden wichtige Impulse für die weitere Verbandsarbeit sowie für die politische Diskussion über die Zukunft der Justiz in Bayern erwartet.